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Intereſſen oder Leidenſchaften ihn dahin führen, ſeine Pflicht zu vergeſſen und alle guten Dienſte durch große Fehler zu vernichten. Beſchuldigungen dieſer Art ſind gegen Euch vorgebracht worden.“
„Sie ſind falſch, Eure Majeſtät,“ verſetzte de Brecy.„Und ich will es entweder vor Eurem könig⸗ lichen Hofe durch wahres und glaubwürdiges Zeugniß oder in den Schranken gegen meinen Ankläger bewei⸗ ſen, wo Gott zwiſchen uns entſcheiden möge.“
Während er ſprach, ſah er einen ſchmächtigen, jungen Mann an, der neben la Trimouille ſtand; und ſeinen Blick verkennend, ſagte der König lachend:
„Unſere Miniſter werden wegen ihrer Handlun⸗ gen nicht zum Zweikampfe gefordert, Herr von Brecy. La Trimouille ſteht zu weit über Euch.“
„Ich meinte Herrn la Trimouille nicht, Sire,“ verſetzte de Brecy.„Ich weiß nicht, daß ich ihn be⸗ leidigt habe, und überdies halte ich ihn für den beſten Miniſter, den Ihr je gehabt, weil er Eurem Anſehen die meiſte Achtung verſchafft hat. Ich ſprach im All⸗ gemeinen von jedem Ankläger.“
„Nun gut,“ ſagte der König.„Für's Erſte ſagt mir mit jener Wahrheit und Freiheit der Rede, wo⸗ durch Ihr Euch bekannt gemacht: habt Ihr guten
Grund zu glauben oder nicht, daß eine gewiſſe junge Dame,; die von Kindheit an unter Eurer Beaufſich⸗ tigung erzogen worden und ſich in der letzten Zeit an


