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ehe wir aus der Erfahrung oder vermöge der Ver⸗ nunft eine Kenntniß von der gemiſchten Natur des Menſchen erlangen: Giebt es Tugend, Wahrheit und Ehre auf Erden?
Der nächſte Tag verging wie ein Tag der Trauer; aber früh am folgenden Morgen kamen alle Kavaliere im Schloſſe Espaly in der großen Halle zuſammen und es fanden eifrige Berathungen unter ihnen ſtatt. Da ſah man Lüächeln und heitere Blicke und hörte manchen muntern Scherz. Es wurden auch Lan⸗ zen hereingebracht und Schilde unterſucht wie zum Turnier.
Jean Charoſt fragte ſeinen Begleiter du Chatel nach der Bedeutung alles Deſſen, was er ſah, und der Letztere entgegnete mit ernſtem Lächeln:
„Nur ein knabenhafter Scherz, aber ein ſolcher, der wichtige Folgen haben kann.“
Im nächſten Augenblicke trat der junge König, faſt ganz in Scharlach gekleidet, von einer Anzahl der Damen und Herren des Hofes begleitet, in die Halle und empfing graziös und gnädig die Begrüßun⸗ gen ſeiner Unterthanen; aber im nächſten Augenblicke umringten ihn la Hire und zwei oder drei Andere ſo nahe, daß es Jean Charoſt vorkam, als erwieſen ſie dem Könige geringe Ehrerbietung. Doch plötzlich rief eine Stimme: „Verzeihung, Sire!“


