Teil eines Werkes 
4. Bd. (1853)
Entstehung
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zwei Frauen, wie ſie die Welt ſelten ſieht— beide jung, beide ſchön, beide ſanft. Die Eine beſitzt allen Muth, Verſtand und Kraft eines Mannes, und doch, wie wir ſehen, die Schwäche eines Weibes. Die An⸗ dere iſt zart und furchtſam, freundlich und liebevoll, und doch ohne die geringſte Selbſtſucht, die zur Eifer⸗ ſucht führt. Beim Himmel! de Brecy, dieſes Be⸗ nehmen Mariens von Anjou hat mich oft in Verlegen⸗ heit geſetzt. Ich glaube, ich könnte mich eben ſo leicht, wie irgend ein Anderer, für das Glück einer geliebten Perſon aufopfern;*) aber der Liebhaber mei⸗ ner Frau könnte nie mein Freund werden. Es gibt Dinge, die zu viel für die menſchliche Natur ſind. Aber dieſe Dame— Ihre Majeſtät meine ich— ſcheint mir ein vollkommener Engel; und die andere thut Alles, was ein gefallener und reuiger Engel nur thun kann, um die Freundſchaft zu erhalten, die er verwirkt zu haben fürchtet. Alles, was Ehrerbietung

*) Er bewies ſpaͤter auf edle Weiſe ſeine Anhaͤnglichkeit an Karl VlII. durch eine Handlung, die ihn mehr auszeich⸗ nete, als alle militairiſchen Dienſte, die er jenem Fuͤrſten leiſtete. Seine Entlaſſung vom Hofe wurde, um eine theil⸗ weiſe Ausſöhnung zwiſchen dem Koͤnige und dem jungen

Herzoge von Burgund herbeizufuͤhren, gefordert. Karl wi⸗ derſetzte ſich mit Feſtigkeit; aber du Chatel gab freiwillig alle ſeine Ausſichten auf und entfernte ſich, um ſeinen Herrn aus der Verlegenheit zu befreien.