Teil eines Werkes 
4. Bd. (1853)
Entstehung
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zeigen! Ich will nicht darum bitten, und überdies bedarf ſie des Rathes nicht. Sie iſt ein herrliches Geſchöpf, de Brecy. Herz und Seele ſind Frankreich geweiht.“

„Aber es ſind ſelbſt an dieſem Hofe Einige, die ihr nicht beſonders geneigt ſind,“ bemerkte Jean Cha⸗ roſt.„Hörtet Ihr nicht, was eben eine Dame in meiner Nähe ſagte?“

„O, Johanna von Vendome,“ rief Tanneguy lachend.„Sie ſpottet beſtändig über unſere ſchöne Freundin. Sie kam vor zwei Jahren nach Poitiers, hielt ſich für ein wahres Muſter der Schönheit und entſchloß ſich, die Geliebte des Dauphin zu werden. Aber er wollte ihr nicht einmal aus Höflichkeit für ihren Mann ein Kompliment über ihre verblichenen Reize ſagen. So iſt das arme Geſchöpf voll Zorn

und würde die ſchöne Agnes tödten, wenn ſie es wa⸗

gen dürfte. Dazu iſt ſie zu feig; wenigſtens hoffe ich es.“

Jean Charoſt dachte tief über die Worte ſeines Freundes nach, und wohin ihn ſeine Gedanken geführt hatten, gab ſich in dem zu erkennen, was er zunächſt ſagte.

„Das Benehmen der Königin iſt ſehr ſeltſam,“ flüſterte er.

„Ja, ſeltſam genug,“ antwortete du Chatel. „Wir haben hier in dieſem kleinen Schloſſe Espaly

Agnes Sorel. IV. 3