großen Schloßthurme in Verbindung ſtand. Der Vollmond ſtand über den Hügeln und ergoß ſein Licht durch die hohen Fenſter herein. Ein feierliches Ge⸗ fühl war in ihren Herzen, welches ſie verhinderte, ein Wort zu ſprechen.
Der Weg war ziemlich weit, aber endlich blieb Agnes vor einer Thür ſtehen und klopfte an. Die liebliche Stimme Mariens von Anjou rief:„Herein!“ und Agnes öffnete die Thür.
„Ah, meine Agnes,“ rief die Prinzeſſin,„ſeid Ihr gekommen, um mich zu erheitern? Ich weiß nicht, wie es kommt, ich fühle mich dieſen Abend ſehr traurig. Ich habe moraliſirt, liebes Mädchen, und gedacht, wie viel glücklicher ich ſein würde, wenn wir weiter Nichts beſäßen, als dieſes Schloß und die Be⸗ ſitzung umher, anſtatt Königreiche unſer zu nennen, nur um ſie uns wieder entriſſen zu ſehen. Frankreich ſcheint nach Sicilien zu wandern, meine Agnes. Aber wen habt Ihr da bei Euch? Sein Geſicht ſcheint mir bekannt.“
„Ihr habt ihn ſchon einmal geſehen, hohe Frau,“ ſagte Agnes.„Er iſt der Ueberbringer großer Nach⸗ richten. Aber keine anderen Lippen, als die meinigen, ſollen ſie meiner Königin mittheilen.“ Und mit Grazie näher tretend, kniete ſie zu den Füßen Mariens von Anjou nieder, küßte ihre Hand und ſagte:
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