15
„Freude— Freude!“ rief Agnes, ihre Hände zu⸗ ſammenſchlagend.„O! dies iſt in der That eine Freude! Aber dann,“ fügte ſie in ernſtem und ge⸗ dankenvollem Tone hinzu,„möge der Himmel geben, daß es richtig angewendet werde. Ich fürchte— o! ich fürchte— nein, nein, ich will nicht mehr fürchten! Das unverdiente Mißgeſchick drückt das edle Herz und den tapferen Geiſt nieder. Habt Ihr es ihm geſagt, de Brecy? Was ſagte er? Wie ſah er aus? Er nahm es hoffentlich nicht mit leichtfertiger Freude auf, ſondern mit ernſter, erwartender Genugthuung, wie ein Fürſt es ſollte, wenn er findet, daß die Befreiung ſeines Volks näher iſt, als er dachte.“
„Ich habe Seine Hoheit noch nicht geſehen,“ verſetzte de Brecy.„Für's Erſte, weil ich nicht wußte, wie ich Zutritt erhalten ſollte, und dann, weil ich wünſchte, Ihr möchtet die Gelegenheit haben, ihn von einem Glückswechſel in Kenntniß zu ſetzen— und weil ich weiß, daß Ihr ſeine erſten Impulſe richtig leiten werdet.“
„Ich— ich?“ rief Agnes.„O, de Brecy, de Brecy! ich bin einer ſolchen Aufgabe unwürdig! Wie ſollte ich irgend Jemand richtig leiten können? Do
es liegt Nichts daran— ſo ſchwach und fehlerhaft ich auch ſein mag— aller Muth und alle mir noch übrige Entſchloſſenheit ſoll ihm und Frankreich gewidmet wer⸗ den. Ein Fehler ſoll nicht Alles auslöſchen, was in


