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unnöthig, denn der Gang und die Treppe waren beide ſehr dunkel.
Mit vorausgehaltener Hand ſtieg der Knabe die Treppe hinauf, bis er zu einer Thür im erſten Stocke des Thurmes gelangte, die er ohne Weiteres öffnete. Das Innere des Zimmers, welches ſich bei dieſer plötzlichen Bewegung zeigte, obgleich ſich die Dunkel⸗ heit auf die Erde niederſenkte, war klar und hell im Vergleiche mit der Finſterniß auf der Treppe, und Jean Charoſt ſah jene liebenswürdige, nie zu vergeſſende Geſtalt, die er in Monterreau zuletzt geſehen, gedan⸗ kenvoll am Fenſter ſitzen.
Agnes Sorel hörte entweder das Aufgehen der Thür nicht, oder ſie dachte, der Eintretende ſei einer von den gewöhnlichen Dienern des Ortes, denn ſie blieb bewegungslos, in tiefes Nachdenken verſunken, ihre Augen zu einem einſamen Sterne, dem Vorboten des himmliſchen Heeres, erhoben, der jeden Augenblick heller wurde, als er hoch über den dunkeln Gebirgs⸗ maſſen daſtand.
„Mademoiſelle, hier iſt ein Vogel, den Seine Hoheit Euch ſchickt,“ ſagte der Page, ohne weitere Einleitung.„Einige ſagen, es ſei eine Nachtigall, und wenn auch ihr Kleid nicht ſchön iſt, ſingt ſie doch köſtlich.“
Agnes Sorel wendete ſich um, als der Knabe ſprach, aber ſie ſah weder ihn, noch den Käfig, noch


