7
kleiner im Verhältniß zu der Anzahl andächtiger Per⸗ ſonen, die täglich in die Stadt ſtrömten. Aber der Wirth dachte, die Pilger kämen ihres Seelenheils und nicht der guten Bewirthung wegen, und daher müſſe der Leib ſchon zufrieden ſein mit dem, was er bekom⸗ men könne, wenn nur für die Seele geſorgt würde.
De Brecy ritt durch den Thorweg auf den Hofplatz,
gab ſein Pferd an einen Hausknecht ab, der Shakſpeare als Urbild gedient zu haben ſchien, ging dann wieder auf die Straße zu, wo ihm der Wirth begegnete, welcher ihm ſagte, er müſſe lange auf das Abendeſſen warten und in einer Dachkammer übernachten.
„Ich bedarf jetzt Nichts, mein guter Freund,“ verſetzte Jean Charoſt,„als einen Becher Wein, der immer bereit iſt, und Jemand, um mir den Weg zu Fuß nach Espaly zu zeigen. Ich würde hier auch nicht einmal angekehrt ſein, aber mein Pferd konnte nicht weiter.“
„Ach, Herr,“ ſagte der Wirth, deſſen Höflichkeit und Neugierde zugleich erwachten,„da wollt Ihr wohl zu Seiner Hoheit dem Dauphin. Ihr überbringt wohl Nachrichten— gute, will ich hoffen. Bitte, ſagt mir doch, von welcher Art mögen ſie ſein?“
„Vortreffliche Nachrichten,“ entgegnete Jean Charoſt.„Erſtens, daß ein Durſtiger ſchlecht mit trockenem Munde redet, und zweitens, daß ein weiſer Mann ſeinen Auftrag nur an die Perſon ausrichtet,


