Teil eines Werkes 
4. Bd. (1853)
Entstehung
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hinaufblickte, da er es mit der Erinnerung an Louis von Orleans in Verbindung ſetzte.

In Brioude war er genöthigt, eine Weile zu warten. Aber ſein Pferd beendete ſeine Mahlzeit raſch, und er ritt wieder weiter aus den engen Straßen der unſchönen Stadt, über die Gebirge und durch die Thäler, von mächtigen vulkaniſchen Bildungen, ſowie von Weilern und Dörfern umgeben, die von dunkel⸗ grauer Lava erbaut waren, ſo daß man ſie kaum von den Felſen unterſcheiden konnte, auf welchen ſie ſtan⸗ den. Er zog den Zügel zwiſchen Brioude und Puy nicht an, welcher Ort ſich plötzlich am öſtlichen Ab⸗ hange des Gebirges zeigte, mit ſeinem unvergleichlichen Amphitheater und den drei Flüſſen, die an dem Fuße deſſelben entſpringen. Die Sonne war nur noch eine Handbreit vom Horizonte entfernt. Alle Thäler, die man von jener Höhe ſah, waren mit Licht übergoſſen; die alte Kathedrale ſelber ſah wie ein glänzender Ame⸗ thyſt aus, und andächtige Pilger zogen durch die Straßen zu dem wunderthätigen Gnadenbilde, Einige wendeten ihre Schritte heimwärts, Andere ſtiegen die unzähligen Stufen hinauf, um zu den Füßen der hei⸗ ligen Jungfrau ein Gebet zu ſprechen.

Jean Charoſt ritt geraden Weges zu dem alten, kleinen Gaſthauſe klein und elend im Vergleiche zu den großen Gebäuden, die damals in Frankreich zur Aufnahme von Reiſenden beſtimmt waren, und noch