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rich's Politik, ſie in London zurückzuhalten, und faſt ſeine letzten Worte waren ein Befehl, ſie nicht eher in Freiheit zu ſetzen, als bis ſein kleiner Sohn ſeine Volljährigkeit erreicht habe. Ich glaube, Ihr ſeid der Einzige über dem Range eines Knappen, den man nach Frankreich hat zurückkehren laſſen.“
„Ich verdanke Alles dieſem lieben Mädchen,“ antwortete Jean Charoſt, die Hand der jungen Dame berührend.„Sie ging und bat in einem glücklichen Augenblicke für mich. Aber wo iſt der Dauphin jetzt? Er bedarf des Armes eines jeden Edelman⸗ nes in Frankreich, und ich will nicht lange von ſei⸗ ner Armee abweſend ſein.“
„Armee!“ wiederholte Jacques Coeur mit ſchwer⸗ müthigem Kopfſchütteln.„Ach! de Brecy, er hat keine Armee. Entmuthigt, geſchlagen, faſt ohne Geld, während die ſchönſten Beſitzungen ſeines Va⸗ ters in den Händen des Feindes ſind, während ſei⸗ nes Vaters Anſehen gegen ihn angewendet wird, während ſeine eigene Mutter ſeine bitterſte Feindin geworden iſt, während der Herzog von Burgund an der Spitze einer Armee im Felde ſteht und der Her⸗ zog von Bedford, dem großen Heinrich kaum unter⸗ geordnet, an der Spitze einer anderen, hat er ſich faſt hoffnungslos auf das einſame Schloß Polignac zurückgezogen und iſt, wie man mir ſagt, vergebens bemüht, das Mißgeſchick der Vergangenheit und die


