Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1

209

lich fehlte es an Geld, und ich ſtrengte mich nach Kräften an, meinem Fürſten die Mittel zu verſchaf⸗ fen, den Krieg fortzuſetzen, als Heinrich's Rückkehr und ſein raſcher Erfolg in Saintonge und Limouſin mich von einem großen Theile meiner Hülfsquellen, worauf ich gerechnet hatte, abſchnitt und uns Alle wieder in Verzweiflung ſtürzte.

Die letzte Anſtrengung in den Waffen war die Belagerung von Cone an der Loire, welches die burgundiſchen Truppen beſetzt hatten. Der Dauphin ſtellte ſich in Perſon vor den Mauern dar und der junge Herzog von Burgund marſchirte dem Orte zu Hülfe und forderte ſeine engliſchen Bundesgenoſſen zum Beiſtande auf. Heinrich war nicht träge, ihm denſelben zu gewähren, und marſchirte von Senlis ab, um ſeine Bereitwilligkeit und ſeine Freundſchaft zu zeigen. Der Tod überraſchte ihn freilich unter⸗ wegs; aber ſelbſt im Tode ſchien er zu ſiegen, und Cone wurde entſetzt, als er in Vincennes ſeinen Geiſt aufgab. Ihr ſeid glücklich davon gekommen, de Brecy; denn wenn Lord Willoughby, ehe er Euch in Freiheit ſetzte, die Nachricht von den letzten Be⸗ fehlen ſeines Königs erhalten hätte, würdet Ihr noch manches Jahr im Gefängniſſe geblieben ſein. Wohl wiſſend, daß die Gefangenen von Azincourt, ſobald man ſie in Freiheit ſetze, die Partei des Dauphin beträchtlich verſtärken würden, war es immer Hein⸗

Agnes Sorel III. 3 14