Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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eine Kette. Glaubt Ihr nicht, daß für einen Edel⸗ mann, für einen Mann von freiem Geiſte das Ge⸗ fühl, ein Gefangener zu ſein, ſchwerer iſt, als eiſerne Feſſeln für einen Leibeigenen? Ihr könnt einen Sing⸗ vogel in einen Käfig ſperren, Mylord, aber ein Adler ſchlägt ſich an den Gitterſtangen zu Tode. Würdet Ihr Euch zufrieden geben, wenn Ihr in Frankreich gefangen wäret, ſo gut man Euch auch behandeln möchte? Würdet Ihr zufrieden ſein, zu wiſſen, daß Ihr Euer liebes Vaterland nicht wieder beſuchen, die Scenen Eurer Jugend nicht wiederſehen, Eure Freunde und Verwandte nicht umarmen, noch die Luft Eurer Heimath athmen könntet? Würdet Ihr zufrieden ſein, Abends in einem einſamen Zimmer, nicht in Eurem eigenen Schloſſe, zu ſitzen und Euch ſagen zu müſſen, wenn Ihr Eure Handgelenke anblicktet, obgleich Ihr keine Feſſeln dort ſähet:Ich bin dennoch ein Ge⸗

fangener ich kann nicht gehen, wohin ich will, nicht thun, was ich will. Ich bin an Zeiten und Orte gebunden ich bin immer ein Gefangener,

wenn ich gleich mein Gefängniß mit mir nehmen kann? Würde irgend ein Menſch damit zufrieden ſein? Wie viel weniger kann ein Ritter und Edel⸗ mann ſich zufrieden geben, ein Gefangener in einem fremden Lande zu ſein, wenn ſein Vaterland ſeiner Dienſte bedarf, wenn jeder Edelmann Frankreichs nö⸗ thig iſt zur Unterſtützung Franfreichs, wenn ſein König