Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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vieler Höflichkeit, und das junge Mädchen zog günſtige Schlüſſe daraus, ehe ſie ihre Träumerei beendete.

Endlich war der Brief vollendet, zuſammengelegt, verſiegelt und abgeſchickt. Dann wendete ſich der alte Krieger zu Agnes, faßte ihre Hände und ſagte:

„Es iſt mir lieb, Euch bei mir zu ſehen, meine Liebe. Was wünſcht Ihr von mir? Euer Freund im Savoyenpalaſte— Euer Vater, Bruder oder Gatte, was er ſein mag— iſt doch hoffentlich nicht krank?“

„Sehr krank,“ verſetzte Agnes in ruhigem und mildem Tone.

„Ha!“ rief der alte Lord.„Wie ſo? Was iſt ihm denn?“

„Er iſt krank am Herzen, Mylord, unruhig und fieberhaft vor Verlangen, in ſein Vaterland zurückzu⸗ kehren.“

„Kleine Täuſcherin!“ rief Lord Willoughby lachend.„Ihr machtet mich ſchon ängſtlich wegen des guten jungen Barons, und jetzt iſt es nur die alte Geſchichte. Aber warum ſollte er ſo großes Verlangen hegen, nach Frankreich zurückzukehren? Dies iſt ein ſchönes Land— eine ſchöne Stadt— und Gott iſt mein Zeuge, ich thue Alles, um ihn glücklich zu ma⸗ chen. Er iſt ja faſt nur dem Namen nach ein Ge⸗ fangener.“ 1

„Aber immer ein Gefangener, Mylord,“ verſetzte Agnes mit rührendem Ernſt.„Schon der Name iſt