lange gewartet, als der Knabe zurückkehrte und ſie durch einen langen Gang zu einem Zimmer im unte⸗ ren Stocke führte, wo ſie den alten Herrn beſchäftigt fand, mit einiger Schwierigkeit einen Brief zu ſchrei⸗ ben. Er ſah ſich kaum um, ſetzte ſeine Beſchäftigung fort und ſagte:
„Was gibt's, mein Kind? Der Knabe ſagt mir, Ihr wünſcht mit mir zu reden.“
„Ich werde warten, bis Ihr Zeit habt, mein guter Lord,“ verſetzte Agnes, ein wenig hinter ihm ſtehend. Aber der Greis ſtutzte bei der Stimme und ſah ſich nach ihr um.
„Ah!“ rief er,„meine kleine franzöſiſche Dame, ſeid Ihr es? Es iſt ſeltſam, Euer Geſicht erinnert mich immer an eine andere Perſon und ſo auch Eure Sprache. Indeſſen hat man keine Zeit im Leben, an ſolche Dinge zu denken. Setzt Euch nieder— ſetzt Euch einen Augenblick nieder. Ich werde bald dieſen Brief vollendet haben. Ich wollte, er wäre im Feuer! Ich habe nur noch eine Zeile hinzuzufügen.“
Er brauchte aber beinahe eine Viertelſtunde, um dieſe Zeile zu ſchreiben. Agnes ſaß ſtumm und ge⸗ dankenvoll da, ſah ihm in's Geſicht und ſuchte aus jeder Linie deſſelben Folgerungen zu ziehen. Es war ein redliches altengliſches Geſicht mit einem Ausdrucke biederer Gutmüthigkeit, einiger Wunderlichkeit und


