Teil eines Werkes 
3. Bd. (1853)
Entstehung
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die Brücke drängten, das Schloß ſelber mit einem An⸗ griffe bedrohten.

Jean Charoſt zog ſich mit traurigem Herzen von der Scene zurück. Seine Hoffnungen waren vereitelt — ſein Schickſal ſchien beſiegelt; aber obgleich er alle dieſe Bitterkeit empfand, fühlte er doch mehr Troſt⸗ loſigkeit bei dem Gedanken an das Schickſal ſeines unglücklichen Vaterlandes. Perſönlicher Wetteifer, ſelbſtſüchtiger Ehrgeiz, Gier nach Macht und Reich⸗ thum, undisciplinirte Tapferkeit, ungebändigter Trotz, Alles drängte es bis an den Rand des Abgrundes, von welchem es nur ein Wunder erretten zu können ſchien. Die Gefühle, die ſeine Bruſt in dem Augen⸗ blicke erfüllten, waren ſehr ähnlich denen, die ein gleichzeitiger Geſchichtsſchreiber ausſpricht, wenn er ſagt:

„Nur dieſes Ereigniß erzählen zu hören, iſt ſo traurig und kläglich, wie man es ſich nur denken kann, und ganz beſonders müſſen die Herzen aller edlen und getreuen Männer, die in dem Königreiche Frankreich geboren ſind, von Traurigkeit und Schaam erfüllt werden, wenn ſie die von ſo edlem Blute, wie das der Lilien, und ſo nahe verwandt, einander ver⸗ nichten und eben jenes Königreich, in Folge der eben erwähnten und anderer vorhergegangener Thatſachen, in die Gefahr verſetzt ſehen, unter einen neuen Herrn zu gerathen und gänzlich dem Untergange zu verfallen.“

Agnes Sorel. III. 12