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geſpielt. Ich kann kaum ſagen, daß es eine ſeiner eigenen Compoſitionen war; ich muß ſie vielmehr eine ſeiner Inſpirationen nennen. Sie war tief, feierlich, faſt ſchrecklich geweſen: aber jetzt war die Muſik ſehr verſchieden— lieblich, klagend und doch hin und wie⸗ der mit einem Gemiſch von Heiterkeit, als wäre ſie gern fröhlich geweſen, wäre ſie nicht von einer Erinne⸗ rung gedämpft worden. Sie glich einem Frühlings⸗ tage auf dem Lande— einem Tage zu Anfang des Frühlings, wo der Winter uns noch umſchwebt, wenn gleich der Sommer vor uns liegt.
Um ſchöne und ausgezeichnete Muſik richtig zu genießen, bedürfen wir einiger Kenntniß, eines discip⸗ linirten und geübten Ohres; aber die, glaube ich, welche am wenigſten Muſik gehört haben, werden von einfachen Melodien am tiefſten ergriffen. Jean Charoſt's Empfindungen ſind kaum zu beſchreiben; und als der Knabe aufhörte, reichte er ihm die Hand und ſagte:
„Ich danke Dir, ich danke Dir, mein junger Freund! Du haſt mir mehr genützt, als je ein Arzt einem Kranken.“
„Ihr habt ihm mehr zu verdanken, als das,“ ſagte Agnes mit einem Lächeln, welches ihrem damals nicht beſonders ſchönen Geſichte alle die verborgene,
reizende Schönheit verlieh, die ſpäter ihre Gefahr
unnd ihre Macht wurde.„Wäre er nicht geweſen, ſo 3
Agnes Sorel. III.


