—
Zweites Kapitel.
Es giebt Augenblicke im Leben, wo ſelbſt Freund⸗ lichkeit und Zärtlichkeit nicht als Balſam wirken— wo alle Ströme bitter ſind, weil die Bitterkeit in uns iſt— wo das Herz von dem Gorgonenblicke der Ver⸗ zweiflung hart gemacht wird, wie ein Mühlſtein— wo das Glück ſo gänzlich verloren gegangen iſt, daß das Unglück keine Stufen hat. Es giebt ſolche Augen⸗ blicke; aber, Gott ſei Dank, nur wenige.
Schweren Herzens und Geiſtes, unwillig über die Behandlung, die ihm widerfahren, voll Kummer und Entſetzen über den ſchrecklichen Tod eines Für⸗ ſten, den er ſo ſehr geliebt, und bei ſeinem ermatteten und von der Folterung verrenkten Körper, fand Jean Charoſt dennoch Troſt und Beruhigung in der be⸗ ſänftigenden Zärtlichkeit Agnes Sorel's und der bei⸗ den etwas älteren Mädchen, die ihre Freundlichkeit und Aufmerkſamkeit an ihn verſchwendeten, ſobald ſie


