Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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weinte er, und der Knabe ſah ihm lebhaft in's Ge⸗ ſicht und ſagte mit ſeltſamer Vertraulichkeit:

Sage mir nicht mehr, daß ich keine Macht habe, Martin. Niedrig, verkrüppelt und elend, wie ich bin, habe ich entdeckt, daß ich die Geiſter beſſer beherrſchen kann, als die Könige es vermögen, und ein Glück in mir habe, über welches ſie keine Herrſchaft üben. Du biſt nicht der Erſte, den ich zum Weinen gebracht habe. So ſage mir denn jetzt, was Du von meinem Vater willſt. Vielleicht kann ich Dir beſſer helfen, als er.

Du haſt mich nicht zum Weinen gebracht, thörichter Knabe, ſagte Martin Grille,ſondern es war der Gedanke an den blutigen Tod des armen Herzogs von Orleans eines ſo guten und edlen Herrn! Dann dachte ich, wie ſein ſchreckliches Schick⸗ ſal durch die Gnade der heiligen Jungfrau alle ſeine kleinen Sünden ausſühnen könne, und wie die Heili⸗ gen und die Engeln ihn begrüßen würden. Ich glaubte faſt, ich könne ſie ſingen hören, und das war es, was mich zum Weinen brachte. Aber was ich von Deinem Vater wollte, betraf meinen armen Herrn, Monſieur de Brecy der ein ſo freundlicher und tapferer junger Mann iſt. Die Thoren haben ihn verhaftet und in's Gefängniß geworfen, weil ſie ihn beſchuldigen, an der Ermordung des Prinzen Theil gehabt zu haben, obgleich er zu jeder Zeit ſein Leben

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