Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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feren Tönen des Inſtruments hielt, einfach und melo⸗ diſch, aber ohne einen Verſuch zur vollſtändigeren Harmonie; dann wurden die Töne voller und mannig⸗ faltiger, gingen in Moll über und wurden ſo aus⸗ drucksvoll, daß Martin Grille endlich die Stimmen der Leidtragenden zu hören glaubte und rief:

Höre auf, Jean! Höre auf! Ich kann es nicht ertragen!

Der Knabe aber fuhr fort, als triumphire er in der Herrſchaft der Muſik über den Geiſt, und nach und nach wurden die Töne ſeines Inſtruments heiterer nicht leicht und fröhlich, denn von Zeit zu Zeit brachte eine gedämpfte Terz einen Anflug von Traurigkeit in die Melodie; aber dennoch hätte man denken ſollen, als höre man ferne Engelſtimmen den Menſchen Hoff⸗

nung und Frieden ſingen Hoffnung, nicht weniger troſtreich, weil etwas Gedämpftes, ſelbſt Klagendes darin verborgen lag, und Frieden, der um ſo fried⸗ licher wurde durch einen Ton der milden Betrachtung.

Die großen Meiſter zeigen nie ſo bewundernswürdig

die Glorie ihrer Kunſt, als wenn ſie ſich dieſer Stim⸗ mung hingeben, und der arme, kleine Caboche war von der Natur belehrt worden, ſich darin auszu⸗ zeichnen.

Der Eindruck, den Martin Grille empfand, war auffallend; die Muſik erheiterte ihn, aber dennoch