Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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Bei gegenwärtiger Gelegenheit, da er die ſeiner Sorge anvertrauten Waaren zu verkaufen wünſchte, enthielt er ſich, ſo weit wie möglich, aller beleidigenden Be⸗ merkungen, ſo lange noch eine Wahrſcheinlichkeit vor⸗ handen war, einen vorübergehenden Kunden zu ge⸗ winnen, aber eine mürriſche Antwort oder eine kalte Unaufmerkſamkeit brachte gewöhnlich einen beißenden Spott zum Vorſcheine, der ihm Schläge würde zuge⸗ zogen haben, hätten ihm ſeine Schwächen nicht als Schutz gedient.

Was wünſcht Ihr, Meſſire Behue? rief er, als ſich ein wohlgenährter Bürger an ſeiner Bude vor⸗ überrollte.Gewiß, bei ſolcher Kundſchaft, wie Ihr habt, müſſen alle Eure Meſſer abgenutzt ſein. Hier kauft eins von dieſen, es erſpart Euch täglich eine Krone an der Zeit, und Eure Kunden werden nicht warten müſſen, wie die Leute beim Schauſpiele.

Der gutmüthige Gerber blieb ſtehen und handelte um ein Meſſer, denn Schmeichelei erweicht ſelbſt wohl⸗ gegerbte Häute, und der kleine Jean, wohl zufrieden mit ſeinem Erfolge, machte einen ähnlichen Angriff auf einen hageren, blaſſen, heilig ausſehenden Mann, der nach ihm kam. Aber dieſer blickte ihn finſter an und ſagte:

Nein, nein, Junge. Ich will keine Meſſer mehr aus Deiner Bude. Das letzte, welches ich kaufte, bog ſich ganz krumm, ehe zwei Tage um waren.