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einer kleinen mit Juwelen beſetzten Spange an ſeiner Kapuze bemächtigte.
Der junge Mann leiſtete natürlich keinen Wider⸗ ſtand; als man ihn aber alles Geldes und aller Schmuckſachen beraubt hatte, war er überraſcht, als man eine Forderung von zehn Livres an ihn ſtellte.
„Dies iſt eine ſehr außerordentliche Forderung,“ ſagte er, dem Kerkermeiſter in's Geſicht blickend, wel⸗ cher dabei ſtand, obgleich der Diener die Forderung geſtellt hatte.—
„Wie ſo, Burſche?“ fragte der Mann trotzig. „Es iſt die herkömmliche Abgabe. Ihr ſagiet, Euer Name ſei Jean Charoſt, Baron von Brecy. Ein Baron zahlt daſſelbe, wie ein Graf oder eine Gräfin.“
„Aber wie kann ich etwas zahlen, wenn Ihr mir Alles abgenommen habt?“ fragte der junge Sekretair.
„O! Ihr ſeid im Irrthume,“ ſagte der Kerker⸗ meiſter mit rauhem Lachen.„Ich ſehe, Ihr ſeid noch ein junger Vogel. Alles, was man Euch abgenom⸗ men hat, wird Euch, mit Ausnahme der Gefängniß⸗ gebühren, zurückgegeben werden, wenn Ihr heraus⸗ kommt, wenn das je der Fall iſt. Aber Ihr müßt ſelber einwilligen, daß ich das Geld nehmen darf, ſonſt müßt Ihr im Graben ſchlafen, wo Ihr nur die Hälfte zahlt, und die nehme ich, ohne zu fragen.“
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