Teil eines Werkes 
2. Bd. (1853)
Entstehung
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und am anderen Ende zeigte ſich ein zweites Thor, dem erſten völlig gleich; aber der Portier machte keine Bewegung, daſſelbe zu öffnen, und that keine Fragen, ſondern ließ die Diener der Königin weitergehen und noch eine Glocke anziehen. Auch dieſes Thor öffnete ſich, aber nicht ſo raſch, wie das erſtere, und es zeigte ſich ein Mann, der eine Laterne in der Hand hielt, und hinter dieſem noch ein anderer Mann in geſtreif⸗ ter, vielfarbiger Kleidung, welche Jean Charoſt faſt zu dem Glauben brachte, daß man auch hier einen Narren halte. Aus den erſten Worten des Dieners der Königin erfuhr er indeſſen, daß es der Kerker⸗ meiſter ſei, und ſein hartes, ſtrenges und bitteres Ge⸗ ſicht verkündete ſchon ſein Amt.

Dennoch machte er einige Schwierigkeiten, einen Gefangenen aus nicht autoriſirten Händen anzunehmen; endlich aber willigte er ein, den jungen Sekretair da zu behalten, bis er von dem Oberrichter verhört wer⸗ den könne. Dann entfernten ſich die Diener und die Gefangenwärter ließen ihren Gefangenen abſteigen und in ein kleines Zimmer in der Nähe eintreten, wo ein ſchwarzgekleideter Mann ſchreibend ſaß. Name, Stand und Beſchäftigung des Gefangenen wurden ſogleich niedergeſchrieben und dann wurde ein Diener gerufen, der ſogleich Jean Charoſt's Taſchen auszuleeren be⸗ gann, ihm Schwert und Dolch abnahm und ſich ſelbſt