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Der weiſe Officiant hörte auf keine Vorſtellungen,
und als Jean Charoſt ſeine Bemühungen vergebens
fand, ritt er ſchweigend weiter. Zuweilen gerieth er freilich in Verſuchung, ſein Schwert zu ziehen und den Mann mit der Hellebarde damit zu durchbohren; doch widerſtand er der Verſuchung. 6
Endlich kamen ſie aus der engen Straße auf einen kleinen viereckigen Platz, an deſſen entgegenge⸗ ſetzter Seite ſich ein hohes und düſteres Gebäude er⸗ hob, welches an der Außenſeite keine anderen Fenſter zu haben ſchien, als in den oberen Stockwerken von zwei hohen Thürmen neben dem niedrigen und düſte⸗ ren bogenförmigen Eingange. Alles war ſtill und einſam auf dem Platze— kein Licht ſchien aus den Fenſtern jenes düſteren Gebäudes; aber ſie gingen gerade auf das große Thor zu und einer von den Männern zog den Glockenzug an, der an einem von den Thürmen hing. Sogleich hörte man ein lautes und wildes Bellen der Hunde, aber im Augenblicke wurde das Thor von einem breitſchulterigen, ſäbelbei⸗ nigen Manne geöffnet, der die Gäſte finſter anſah, obgleich er Nichts ſprach. Jean Charoſt's Pferd wurde hineingeführt, während der Portier vier wilde Hunde, die auf den Gefangenen losſpringen wollten, zurücktrieb und ſogleich das Thor ſchloß.
Der Thorweg, unter welchem man jetzt ſtand, er⸗
ſtreckte ſich etwa dreißig Fuß durch die ſtarken Mauern
Agnes Sorel. II. 13


