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Höhe aus geglaubt hatte, obgleich er hoch genug ge⸗ ſtanden, um darauf wie auf eine Karte hinunter zu blicken. Als er aber ſein Pferd dorthin lenkte, ſah er viele Spuren von Pferden, Ochſen und Karren auf dem Wege, welche zeigten, daß ſchon viele Perſonen und Fuhrwerke denſelben paſſirt hatten, ſeitdem der Schnee gefallen war; und hätte er bemerkt, daß ſein Diener wirklich Furcht empfand, ſo würde er nur dar⸗ über gelacht haben.
Als er in den Wald trat, zeigte ihm der Schnee am Boden durch die kahlen Stämme der Bäume und die braunen Zweige des Unterholzes anfangs jeden Gegenſtand zu beiden Seiten, bis auf mehrere Schritte in das Gebüſch hinein. Selbſt die Fußſpuren der Haſen und Rehe waren zu ſehen, und Jean Charoſt, der in ſeinen Knabenjahren die Jagd fleißig getrieben hatte, hielt an einer Stelle an, wo die Büſche nie⸗ dergebrochen waren, machte ſeinen Diener auf die Spuren aufmerkſam und ſagte:
„Hier iſt ein Eber hindurchgegangen.“
Eine Strecke weiter wurde der Wald dichter und jetzt kamen Buchen nach den Eichen, und unter den⸗ ſelben befand ſich ein dichtes Unterholz, in welches man kaum zwei Schritte hineinblicken konnte. Hie und da ſtand auch Immergrün, welches auf ſeinen ſtämmigen, verkrüppelten Aeſten manche ſchwere Schnee⸗
maſſe trug. An einer Stelle des Weges befand ſich 4 13. 2
Agnes Sorel. I. f


