Teil eines Werkes 
1. Bd. (1853)
Entstehung
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deten Seite des Hügels erweiterte, ſchien ſich ſein Herz wieder den Freuden der Knabenjahre zu öffnen, und er ritt in wildem Galoppe über den faſt ebenen Boden dahin. 1

Martin Grille kam ſchnaubend nach. Er war keiner der beſten Reiter, und wenn er ſich gleich ziem⸗ lich feſt auf dem Rücken ſeines Pferdes hielt, ſo war er doch ſehr erſchüttert. Jener muntere Galopp äußerte indeſſen eine mächtige Wirkung auf den guten Lakai. Schlechte Reiter haben immer eine große Ehr⸗ furcht vor guten Reitern. Martin Grille's Achtung vor den Talenten ſeines Herrn war vorher nur gering geweſen, nur weil ſeine eigene weltliche Erfahrung, ſeine vertraute Kenntniß mit allen Ränken und Schlichen und die unbefangene Unverſchämtheit und Fruchtbarkeit an Hilfsmitteln, die er als das erbliche Recht eines Pariſers der niederen Klaſſe beſaß, ihn in den Stand geſetzt hatte, ſeinen Herrn in tauſend Kleinigkeiten, die ihn in Verlegenheit ſetzten, weil er nicht daran gewöhnt war, Rath und Beiſtand zu er⸗ theilen. Aber jetzt, als er ſah, wie leicht er das ſtarke Pferd beherrſchte, wie graziös er daſaß und mit wel⸗ cher freudigen Heiterkeit er dahineilte, während er ſelber ſich nur mit aller Mühe im Sattel hielt, fühlte er ſich ihm weit untergeordnet, was bisher noch nie der Fall geweſen. 1 Endlich hielt Jean Charoſt an, ſah ſich um und