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nicht. Die Menſchen ſchienen eine fremde, ihm unbe⸗ kannte Sprache zu ſprechen, und ein geheimnißvolles Drama aufzuführen, deſſen Sinn ihm erſt am Schluſſe entwickelt werden ſollte.
Er ſann über alle dieſe Dinge nach und fragte ſich, wie er in ihrer Mitte handeln ſolle, als Martin Grille ſich näherte und ihm in leiſem Tone Alles mit⸗ theilte, was er entdeckt, und ſich erbot, ihm zu zeigen, wo ſich die Zimmer des Sekretairs befänden.
„Aber kann ich gewiß ſein, daß dieſelben Zimmer für mich beſtimmt ſind?“ fragte Jean Charoſt.
„Nehmt ſie immerhin ein, Herr,“ antwortete Martin Grille;„das heißt, wenn ſie gut ſind und für Euch paſſen. Die einzige Eigenſchaft, die bei Hofe
nicht geſchätzt wird, iſt die Beſcheidenheit. Es iſt
immer beſſer zu ergreifen, was man bekommen kann; und bei der Schwierigkeit, Euch aus dem Beſitze zu verdrängen, wird man Euch meiſtens gern laſſen, was Ihr in Beſchlag genommen habt. Signor Lomelini iſt noch beim Herzoge, daher könnt Ihr ihm keine Fragen vorlegen. Ihr müßt irgendwo einquartiert werden; darum iſt es beſſer, wenn Ihr Euch ſelber einquartiert.“
Jean Charoſt hielt den Rath für gut, beſonders da die Nacht jetzt angebrochen war und nur ein einzi⸗ ger Wandleuchter Licht verbreitete, außer wenn Je⸗ mand mit einer Lampe vorüberging. Er folgte Mar⸗


