Teil eines Werkes 
1. Bd. (1853)
Entstehung
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wendung. Seine Pferde waren in einer Minute im Stalle, ob an dem rechten Platze oder nicht, darnach zu fragen, ließ ſich Martin nicht Zeit, und ſobald das geſchehen war, eilte der gute Mann, die Verlegenheit eines unerfahrenen Herrn errathend, bald hier⸗, bald dorthin und erlangte von den verſchiedenen Dienern und Pagen viel Auskunft über das Schloß und die dort herrſchenden Gewohnheiten.

Er fand Jean Charoſt in einer großen Halle, in die man durch den Haupteingang gelangte, auf⸗ und abgehend. Der Sekretair war in ſo tiefem Nachden⸗ ken, daß er keine von den Perſonen zu bemerken ſchien, die geſchäftig an ihm vorübergingen. Seine Träumerei war tief ja noch mehr, ſie war auch

nicht ganz angenehm. Wer verweilt nicht während

der Sorgen und Bekümmerniſſe des reiferen Lebens und blickt mit Sehnſucht zu den ruhigeren Tagen der Kindheit zurück, begleitet ſie mit phantaſtiſchen Er⸗ innerungen an Freuden und Beluſtigungen und be⸗ gräbt die Mühen und Sorgen, die zur Zeit ſchwer erſchienen, in Vergeſſenheit? Die beiden Geiſter, die im Menſchen ſind, üben in der That nie ihren Ein⸗ fluß in ſtärkerem Gegenſatze aus, als indem ſie zu dem Wunſche nach Frieden und Thätigkeit beſtimmen.

Jean Charoſt war in dem Augenblicke mit dem fruchtloſen Vergleiche der Lage beſchäftigt, worin er ſich in der letzten Zeit befunden. Der ruhige Gang