Teil eines Werkes 
1. Bd. (1853)
Entstehung
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„Das iſt ſeltſam,“ ſagte der Mann.„Ich glaubte, kleine Kinder ſchrien alle fünf Minuten.“

Bei weiterem Nachdenken hielt es die Wärterin auch für ſeltſam, und es überlief ſie eine kalte Furcht, als ſie ſich ihrer langen Abweſenheit erinnerte und dieſelbe mit der vollkommenen Stille in Verbindung ſetzte. 1. „Wartet einen Augenblick! Ich will nur eben zuſehen und Euch dann mehr ſagen.“

Und ſie näherte ſich geräuſchlos dem Bette. So wie ſie darauf hinblickte, ſtieß ſie einen furchtbaren Schrei aus. Die Natur war ſtärker, als die Kunſt und Klugheit. Da lag die Mutter todt, das Kind war fort und das Weib ſchrie laut, obgleich ſie wußte, daß das Ganze entdeckt werden und ihre eigene Nach⸗ läſſigkeit an den Tag kommen müßte.

Der Mann ſtürzte in's Zimmer und eilte an das Bett. Das blutige Zeugniß der That war deutlich vor ihm, und die Wärterin beim Arme faſſend, be⸗ fragte er ſie heftig.

Sie war indeſſen eine Freundin, und ich glaube, gar eine Verwandte von ihm. Zuerſt kam das Geſtändniß und dann die Berathung. Sie er⸗ klärte, ſie wäre noch keine fünf Minuten abweſend ge⸗ weſen und die That müſſe in jener kurzen Zeit ge⸗ ſchehen ſein— ja, es müſſe ſich ſchon vorher Jemand im Zimmer verborgen haben, ehe ſie das Zimmer