Teil eines Werkes 
1. Bd. (1853)
Entstehung
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abſichtigte ohne Zweifel nicht lange auszubleiben. Es währte aber lange— ja zu lange.

Die Thür öffnete ſich kaum hörbar und eine hohe graue Geſtalt trat ein, die man in der Dämmerung, die auf jener Seite des Zimmers herrſchte, von dem Bette aus kaum hätte ſehen können, wenn dort auch Jemand gewacht hätte. Der Fremde näherte ſich ver⸗ ſtohlen dem Bette und verbarg die rechte Hand in ſeiner Bruſt; aber da blieb er ſtehen, was auch ſeine Abſicht ſein mochte, und ſeine Augen blickten auf das ſchlummernde Weib und das Kind an ihrer Seite nieder. O! welche Wechſel des Ausdrucks zogen gleich ſturmgetriebenen Wolken über jenes Geſicht da⸗ hin, und welchen Gegenſatz bildete es zu dem des ſchlummernden Weibes. Vielleicht waren hier Belei⸗ digerin und Beleidigter einander gegenüber und es herrſchte ruhiger, friedlicher Schlummer, wo Reue und Seelenqual hätten ſein ſollen, während Wuth und Rache in dem Herzen geſchäftig waren, welches kein Unrecht gethan hatte.

Ob es Zweifel, Bedenken oder Mitleid war, was die Pauſe hervorbrachte, kann ich nicht ſagen; aber was auch des Mannes Abſicht ſein mochte— und ſchwerlich konnte es eine gute ſein— er blieb länger als eine Minute ſtehen, ehe er den Verſuch machte, die That zu vollführen. Endlich aber zog er