Jahren noch nicht überſchritten hatte.
10
ſchwebte wieder ein klagender Geſang durch die Luft daher, unterbrochen nur von dem Schlagen einer Uhr,
welches einen widerwärtigen Mißklang zu den melo⸗
diſchen Tönen bildete, die durch die Luft daherſchwebten. Noch immer eilte die Feder raſch über das Papier
dahin, bis einige Minuten, nachdem die Glocke neun geſchlagen hatte, wo der Schreiber ſie mit tiefem
Athemzuge niederlegte, als wenn er eine vorgeſchrie⸗ bene Aufgabe vollendet habe.
Endlich erhob der Hund, der zu ſeinen Füßen lag, plötzlich ſeinen Kopf und ſah nach der Thür. Der Jüngling las, was er geſchrieben hatte, und ver⸗ nahm kein Geräuſch, welches ſeine Aufmerkſamkeit zer⸗ ſtreute; aber hier hatte Recht. Es ließ ſich ein Schritt— annter Schritt— auf der Treppe hören; der gute Hund ſtand auf und ging auf den Eingang des Zimmers zu, gerade als die Thür ſich öffnete und eine andere Perſon auftrat.
Es war ein ernſter Mann im mittleren Alter, groß, wohlgebildet und von edler und gebieteriſcher Geſtalt. Er war größtentheils in ſchwarzen Sammt gekleidet, und trug ein Gewand von demſelben Stoffe, welches mit Pelz gefüttert war, obgleich man es von außen nicht ſah. Auf dem Kopfe trug er ein kleines Sammtbarett ohne Feder, und ſein Haar war mit Grau gemiſcht, obgleich er das Alter von vierzig


