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„Nun, Jean,“ ſagte er in bedächtigem Tone, als er mit feſtem und ruhigem Schritte in's Zimmer trat.„Wie viele haſt Du fertig, mein Sohn?“
„Alle, Herr,“ entgegnete der junge Mann.„Ich las eben dieſen Brief an Signor Bernardo Baldi noch einmal, um zu ſehen, ob ich kein Verſehen gemacht habe.“
„Du irrſt niemals, Jean,“ ſagte der ältere Mann in freundlichem Tone und fügte dann gedan⸗ kenvoll hinzu:„Alle! Du mußt ſchnell und fleißig geſchrieben haben.“
„Ihr ſagtet mir, ich müſſe ſie bis zu Eurer Rückkehr fertig haben, mein Herr,“ ſagte der Jüngling.
„Ja, aber ich bin eine Stunde vor der Zeit zu⸗ rückgekehrt,“ verſetzte der Aeltere. 3
Während der junge Mann den Stuhl verließ, den er eingenommen hatte, um ſeinem Gönner Platz zu machen, näherte ſich dieſer dem Tiſche und über⸗ blickte, noch ſtehend, ſechs oder ſieben Briefe, die friſch geſchrieben und noch nicht zuſammengefaltet da⸗ lagen. Es war indeſſen einleuchtend, daß ſeine Ge⸗ danken größtentheils mit anderen Gegenſtänden be⸗ ſchäftigt waren, und daß höhere Intereſſen die Auf⸗ merkſamkeit des Leſers in Anſpruch nahmen.
„Hier ſollte ein Komma ſtehen,“ ſagte er, mit


