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Tiſche zurück, ſetzte ſich nieder und fuhr etwa fünf bis zehn Minuten fort, ihr langes Haar um die Finger zu flechten. Dann ſtand ſie wieder auf, ging auf das Fenſter zu, riß es auf und ſchien hinauszuſchauen.
„Eiskalt— eiskalt!“ ſagte ſie ſchaudernd;„ich muß gehen, um mich zu erwärmen.“
Der Fenſterſims war etwas hoch; aber das war kein Hinderniß, denn ein Stuhl ſtand in der Nähe, und Mrs. Hazleton ſtellte ihn ſo behutſam vor ſich hin, wie wenn ſie ganz wach geweſen wäre. Sobald dies geſchehen war, ſchwang ſie ſich leichten Schrittes auf den Seſſel, lehnte ihr Knie auf den Fenſterſims, richtete ſich dann plötzlich in die Höhe und ſchlug ihren Kopf heftig gegen den oberen Theil des Fenſters. Es iſt wahrſcheinlich, daß dieſer Schlag ſie erweckte; aber auf alle Fälle brachte er ſie aus dem Gleichgewichte, und ſie ſtürzte mit einemmale aus dem Fenſter.
Es folgte ein lauter Schrei, und dann ein tiefes Stöh⸗ nen. Allein der Konſtable ſchlief fort, und Niemand wußte um das Schickſal, das ſie befallen hatte, bis Mr. Short, der Doktor, im Vorüberkommen durch ein Stöhnen und den An lick eines weißen Gegenſtandes, der unterhalb des Fen⸗ ſters lag, nach der Stelle gezogen wurde, wo ſie herabge⸗ fallen war.
Ein lautes Anziehen der Glocke und ein Pochen an der Thüre weckte bald die Bewohner des Hauſes, und der zer⸗ ſchmetterte Körper Mrs. Hazleton's wurde hineingetragen und auf ein Bett gelegt.
Sie war nicht todt, und obgleich mit Ausnahme des Schädels faſt jedes Glied gebrochen war, obgleich die furcht⸗ bare Beſchädigung, die ſie davongetragen, jede Möglichkeit einer Geneſung ausſchloß, kam ſie doch vor drei Uhr deſſel⸗ ben Tages zum vollen Bewußtſeyn zurück und ſchleppte ſich ſo länger als vierzehn Tage in einem Todeskumpfe hin, der
James. Rache. 41


