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eingeſunkenes Auge fiel auf Marlow; aber als ob er ihn nicht kennte, wankte er taumelnd wie ein Betrunkener an ihm vorüber gegen die Bibliothek, bis Marlow tief erſchüt⸗ tert ihm mit dem Rufe entgegentrat:
„Herr Gott! Sir Philipp, kennt Ihr mich nicht?“
Der unglückliche Mann drehte ſich um, ſtarrte ihn an und packte ihn mit ſeiner Fauſt, indem er mit heiſerem Flüſtern und über ſeine Schulter nach der Treppe deutend ſagte:
„Geht nicht dorthin— geht nicht dorthin. Kommt mit mir— Ihr wißt nicht, was vorgefallen iſt!“
„Leider weiß ich es, Sir Philipp,“ erwiederte Marlow in beſänftigendem Tone.„Ich habe gehört—“
„Nein, nein! Nein, nein!“ rief Sir Philipp Haſtings. „Niemand weiß es als ich— es war Niemand da— ich that es ganz allein. Kommt mit mir, ſag' ich!“
Und er zog Marlow nach dem Bibliothekzimmer.
„Er hat den Verſtand verloren,“ dachte Marlow;„ich muß ihn zu beſänftigen ſuchen, ehe ich meine arme Emily ſehe. Ich will mich bemühen, ſeinen Geiſt auf andere Dinge zu lenken.“
So ließ er ſich denn von ihm weiter führen und trat mit Sir Philipp Haſtings in die Bibliothek. Dieſer warf ſich ſogleich in einen Stuhl und preßte die Hände vor die Augen.
Marlow betrachtete ihn eine Weile in ſtummem Mitleid, und ſagte dann:
„Tröſtet Euch, Sir Philipp— tröſtet Euch. Ich bringe Euch einen reichen Vorrath an Neuigkeiten, und was ich Euch zu erzählen habe, wird große Kraft des Koͤrpers wie
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