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„Ja, Sir— ja, Mr. Marlow,“ erwiederte der Doktor. „Ich bin recht froh, daß Ihr gekommen ſeyd; denn in dem Hauſe des armen Sir Philipp Haſtings hat es heute furcht⸗ bare Arbeit gegeben. Lady Haſtings iſt nicht mehr und—“
„Ich habe die ganze traurige Geſchichte gehört,“ unter⸗ brach ihn Marlow;„ich reite ſo ſchnell wie möglich, um zu ſehen, was für Sir Philipp und meine arme Emily geſchehen
kann. Ich habe blos angehalten, um Euch zu ſagen, daß Mrs. Hazleton arretirt iſt, daß die Arzneiflaſche bei ihr ge⸗ funden wurde, und daß ſie offen geſtanden hat, die arme Lady Haſtings vergiftet zu haben. Ihr werdet ſie und Atkinſon, den Oberkonſtable, in Mrs. Warmington's Hauſe finden. Gute Nacht, Mr. Short— gute Nacht!“ Und Marlow ſprengte weiter. Der Aufenthalt war nur ſehr kurz geweſen; aber er war entſcheidend. 8 Sobald Marlow den vorderen Eingang des Hofes er⸗ reichte, warf er ſeinem Reitknechte die Zügel zu und trat in das Haus, ohne ſich mit Anläuten aufzuhalten. Eine Lampe brannte in der leeren Halle; aber Marlow vernahm einen Schritt auf der großen Treppe und ſchaute empor.
Eine dunkle ſchattenhafte Geſtalt ſchwankte die Treppe herab, und als ſie in den Lichtſchimmer der Halle gelangte, erkannte Marlow die Geſtalt, aber kaum noch die Züge von Sir Philipp Haſtings. In ſeinem aſchfarbenen Geſichte war nirgends auch nur eine Spur von Röthe zu unter⸗ ſcheiden; ſogar die Lippen waren weiß, und das graue Haar ſtrebte in wilder Verwirrung in die Höhe, Sein hohles
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