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Rache : Novelle / von G. P. R. James
Entstehung
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Ihn getödtet! rief das Mädchen mit einem Blicke des Zweifels und der Ueberraſchung.

Ja, Miſtreß Rachael, erwiederte der alte Mann,ihn getödtet dadurch, daß ich ihm ohne Vorbereitung unbeſonnen und unfreundlich von ſeines Bruders Tode erzählte.

Ihr habt es gewiß freundlich gemeint, murmelte das Mädchen in leiſem, lieblichem Tone, die Stufen herabkom⸗ mend und das bleiche Geſicht des Knaben betrachtend, wäh⸗ rend der Geiſtliche dieſen die Treppe hinantrug.

Hört, Miß Marſhall, haltet Euch nicht auf mit An⸗ ſtarren, bat Doktor Paulding,ſondern ruft einige Eurer Diener, und heißt ſie Waſſer oder Hirſchhorn oder ſonſt ein Stärkungsmittel herbeibringen. Eure Lady Mutter muß wohl Eſſenzen haben, um die Leute aus der Ohnmacht zu bringen, denn es heißt ja, am Hofe gebe es nichts als Ohn⸗ machten, neben Spielen, Trinken und Gottesläſtern.

Das Mädchen war ſchon unterwegs, ſchaute aber zurück und ſagte:

Vater und Mutter ſind beide ausgegangen; aber ich will bald Hilfe ſchaffen.

Als der Knabe ſeine Augen aufſchlug, ſah er etwas ganz in ſeiner Nähe, was ihm ausnehmend ſchön vorkam von warmer, tiefer Färbung, wie die einer ſonnigen Landſchaft; ein paar feuchte, zärtliche Augen, voller Theilnahme unter ihren dunkeln Franzen auf ihn blickend, während ſonnige Locken hellbraunen Haares, von dem ſüßen Odem ihrer zarten, dicht über ihn gebeugten Lippen bewegt, um ſeine Wange ſpielten.