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„Wo bin ich?“ fragte er.„Was gibt es? was iſt vor⸗ gefallen? Ah, jetzt erinnere ich mich. Mein Bruder— mein armer Bruder! War es ein Traum?“.
„Still, ſtill!“ rief eine wohllautende Stimme.„Sprecht mit ihm, Sir; ſprecht mit ihm und heißt ihn ſchweigen.“
„Es iſt nur allzu wahr, mein theurer Philipp,“ ſagte der alte Geiſtliche;„Dein Bruder iſt für uns verloren. Aber faſſe Dich, mein Sohn; es iſt ſchwach, auf ſolche Weiſe nachzugeben. Ich kündigte Dir das Unglück allerdings etwas unvermittelt an, indem ich hoffte, Deine Philoſophie werde ſtärker ſeyn, als Dein chriſtlicher Glaube es iſt. Bedenke
nur, alle dieſe Heimſuchungen kommen von der Hand des
allbarmherzigen Gottes. Er, der uns den Sonnenſchein gibt, ſoll er uns nicht auch die Wolken bringen? Zweifle nicht, daß alles zu unſerem Beſten geſchieht, und laß nicht die Kundgebungen ſeines Willens Dich unvorbereitet oder ununterwürfig finden.“
„Ich bin ſehr ſchwach geweſen,“ geſtand der junge Mann;„aber es kam auch ſo plötzlich! Himmel! wie war er ſo voll Kraft und Geſundheit, als er von hier wegzog— das Bild des Lebens— ja faſt der Unſterblichkeit! Ich war neben ihm nur wie ein ſchwaches Rohr— ein elendes ſchwächliches Rohr neben einer aufſchießenden Eiche.“
„Der Eine wird genommen werden und der Andere über⸗ bleiben,“ ſprach die ſüße Stimme des jungen Mädchens, und die Augen Beider— des Jünglings wie des alten Geiſt⸗ lichen— wendeten ſich plötzlich nach ihr.
Philipp Haſtings richtete ſich auf ſeinen Arm und ſchien


