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Rache : Novelle / von G. P. R. James
Entstehung
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und der Veränderung wie konnte da ein feſtes, hartes Gemüth den Fängen der Verfolgung und des Unrechts ent⸗ gehen? Der alte Mann hatte Beides erfahren; aber es hatte ihn wenig verändert. Sein Geiſt war von Natur unbeugſam und wurde durch die Gewohnheit des Widerſtan⸗ des nur noch zäher und halsſtarriger.

Das Glück, des Himmels Wille oder ſeine eigene Nei⸗ gung hatten ihm Weib und Kind verſagt und nahe Ver⸗ wandte hatte er keine. Einen Freund hatte er den Vater dieſes Knaben der ihn in ſchlimmen Zeiten geborgen, ihn vor der Wuth der Feinde ſo gut wie möglich beſchützt und ihm die kleine Pfründe, welche ihm Lebensunterhalt ge⸗ währte, bewilligt hatte. In ihr that er gewiſſenhaft ſeine Pflicht, mit feſtem unnachgiebigem Geiſte den kalviniſtiſchen Lehren anhängend, welche er trotz des allgemeinen Abfalls ſeiner Nachbarn und Gefährten frühzeitig angenommen hatte. Er hätte nicht ein Jota nachgegeben, und wenn es ihm den Kopf gekoſtet hätte.

Bei all ſeiner Härte beſaß er einen Gegenſtand der Zärtlichkeit, dem Alles, was von Sanftheit in ſeinem We⸗ ſen lag, gewidmet war. Dieſer Gegenſtand war der Knabe, neben dem er jetzt ſtand und für den er große, faſt väterliche Liebe fühlte. Vielleicht geſchah es deßhalb, weil er den Knaben nicht ſehr gut behandelt glaubte, und daß ſeine Sympathie rege wurde, da es auch ihm nicht beſſer ergan⸗ gen war. Außerdem war er aber ſeit früheſter Zeit mit ſeiner Erziehung betraut und hatte Freude an der Aufgabe gefunden, da ſein Schüler fähig, willig und anhänglich war