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Rache : Novelle / von G. P. R. James
Entstehung
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ſtänder, nicht ſehr zierlich geordnet, in einer andern eine Kommode und gegenüber dem Kamin an Nägeln, die in die Wand getrieben waren, zwei bis drei Bretter von demſelben Material wie der Tiſch, jedes mit einer Reihe Bücher, die nach dem ſchwarzen Einband, den braunen Rändern und ab⸗ gegriffenen Ecken berechtigt ſchienen, ſich ziemlichen Alters und ſtarken Gebrauches zu rühmen, wie denn ein beſchmutz⸗ ter und mit Eſelsohren verzierter Band in den meiſten Fäl⸗ len den Gipfel ſeiner Ehren erreicht hat.

Am Tiſche ſitzt, wie Ihr bemerken werdet, ein Knabe von fünfzehn Jahren, mit Dinte, Feder und Papier und einem offenen Buche. Schaut Ihr ihm über die Schulter, ſo werdet Ihr bemerken, daß die Worte lateiniſch ſind; er liest ſie jedoch mit großer Geläufigkeit, ohne die Hülfe des Wörterbuches aufzuſuchen. Es iſt der Cato major von Cicero. Himmel! welch ein Buch für ein ſolches Kind! Ein Knabe ſtudirt das hohe Alter!

Laſſen wir jedoch das Buch bei Seite, um uns den Kna⸗ ben ſelbſt etwas näher anzuſehen. Betrachten wir dieſes bleiche Geſicht mit ſeinem männlichen, unnatürlichen Ernſte dieſe hohe, breite Stirne, die einem Monumente gleich über den Augen emporragt. Betrachten wir dieſe Augen ſelbſt mit ihrer tiefen, geſpannten Nachdenklichkeit, und dann dieſen Blick etwas mehr als ernſt und weniger als wild mit ſeinem dürſtenden Ausdruck, als ob er Alles ver⸗ ſchlänge, worauf er ruhte, und dennoch ungeſättigt wäre.

Die Stirne ruht auf der bleichen, ſchönen Hand, als be⸗ dürfte ſie einer Stütze für die ſchwere Bürde des Nachdenkens,