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Rache : Novelle / von G. P. R. James
Entstehung
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wenn ſie ſich ſcheuten, ſich allzu raſch zu nähern, und in der Entfernung von etwa fünf⸗ bis ſechshundert Schritten war der Park von einzelnen Gruppen alter Buchen, immergrü⸗ ner Eichen und anderer Bäume von düſterem Blätterwerk betüpfelt und hie und da von einer Heerde Wild belebt.

Von Zeit zu Zeit ſah man ein Milchmädchen, eine Bauernfrau in die Kirche oder auf den Markt gehen; ein Landmann oder Wildhüter zog auch wohl zuweilen über die trockene, braune Grasfläche, nur ſelten von dem gebahnten Pfade abweichend, der von der einen Parkmauer zur andern führte. Es war Alles düſter und eintönig; der Geiſt der Langenweile ſchien darüber zu hängen, und ſogar die Wol⸗ ken die raſchen neckiſchen Wolken, freie Bewohner der Lüfte und Spielgenoſſen der Winde und Sonnenſtrahlen, ſchienen träg und ſchläfrig zu werden, wenn ſie über den weiten Raum daherzogen, und man glaubte ſie nur mit Ernſt und Grauen ſich nahen zu ſehen, wie es die ſchüchterne Jugend in Gegenwart des ſtrengen Alters empfindet.

Genug von der Außenſeite des Hauſes. Laß Dich in

das Innere führen, Leſer, in ein beſonderes Zimmer

nicht das größte und ſchönſte, aber eines der höchſten. Es war ein kleines längliches Gemach mit einem Fenſter, ge⸗ ſchmückt und das war der einzige Schmuck, den das Zim⸗ mer aufwies mit einem beſcheidenen Vorhang aus roth und weiß gewürfelter Leinwand. Auf der Seite zunächſt der Thüre, zwiſchen dieſer und der weſtlichen Wand, ſtand ein kleines Bett; ein nußbaumener Tiſch und zwei bis drei Stühle ſtanden in der Nähe des Fenſters; in einer Ecke ein Waſch⸗ 1*