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in früheren Jahren ſo ſehr ausgezeichnet hatte. Gleichwohl bemerkte der Graf, daß von Zeit zu Zeit ſein Augenlid ſich ſenkte und ſeine Stimme wie aus Ermüdung erloſch, bis er ihn endlich in freundlichem Tone mahnte:
„Ihr ſeyd ermüdet, mein guter, alter Freund. Ich werde beſſer thun, Euch für heute gute Nacht zu ſagen und morgen wiederzukommen, um von andern Dingen zu reden.“
„Nein, nein!“ rief Manucei—„heut oder nie muß es geſchehen. Ich habe Euch erwartet, Graf Gowrie, denn ich ſagte Euch, wenn Ihr in dieſer Nacht zurückkehret, wolle ich Euch Eure Nativität ſtellen, Euch ſo deutlich, als eines Menſchen Stimme es vermag, die Bahn bezeichnen, auf der Ihr die Gefahren des Lebens vermeiden und ſeiner Vor⸗ theile Euch verſichern könnet, kurz Dasjenige Euch angeben, was unter allen Umſtänden ſich ereignen muß und was uoch von Eurem Muth und Eurer Klugheit abhängt. Zu dieſem Zwecke habe ich aber⸗ und abermals die Zeichen der Sterne ſtudirt und berechnet; aber die Stunde iſt noch nicht gekommen und Ihr müßt warten bis die Glocke zwölf ſchlägt. Dann will ich ſprechen, denn morgen würde ich vielleicht nicht Kraft genug haben.“
„Ei nein, ich hoffe, Eure Kraft ſoll mit jedem Tage zu⸗ nehmen,“ tröſtete der Earl; allein der alte Mann ſchüttelte den Kopf und warf einen ernſten, melancholiſchen Blick auf das ſchöne Mädchen, das neben ihm ſaß.
„Die Dinge dieſes Lebens ſchwinden dahin, und in der That iſt es Zeit, daß ich von hinnen gehe. Achtzig Jahre
James. Gowrie. 3


