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ſind eine ſchwere Bürde, und die Laſt mehrt ſich noch immer. Es gibt zwar Leute, wie Ihr gehört habt, welche mich gerne von ihr erleichtern möchten; da jedoch mein Leben Einiges enthält, was wirklich von Werth iſt, ſo mochte ich es damals noch nicht aufgeben, indem ich mich, gleich allen Menſchen, an den Schatz anklammerte, obgleich er die Schultern, die ihn trugen, niederbeugte.“
„Mich dünkt, ein Leben ſtiller Forſchung und ruhigen Gedankengenuſſes könnte die Bürde der Jahre wohl erleich⸗ tern,“ meinte der Graf;„und was die Beläſtigung durch dieſe thörichten Menſchen betrifft, mein guter Freund, ſo iſt Euer Daſeyn im Ganzen doch friedlich und ruhig ge⸗ weſen.“
„Wir irren uns immer, wenn wir Anderer Schickſal be⸗ urtheilen,“ verſetzte der Greis mit trübem Lächeln.„Das Leben iſt ein doppeltes, Gowrie, ein inwendiges und ein auswendiges, das letztere oft vor Aller Augen offen, das erſtere nur von Gottes Auge geſehen. Auch ſind es nicht blos dieſe materiellen Dinge, die wir vor den Augen Ande⸗ rer verbergen, was oft das anſcheinend glänzende Loos in Wahrheit zu einem dunkeln macht, oder umgekehrt, das trübe und einſame Schickſal innerlich erhellt und aufheitert. Unſer Charakter, unſer Geiſt wirkt auf Alles, was das Ge⸗ ſchick oder der Zufall ihm unterwirft; wir geſtalten die Er⸗ eigniſſe des Lebens zu unſerem eigenen Gebrauche— ſey er nun bitter oder ſüß— und gleichwie ein Goldſtück ſeine Form und Feſtigkeit verliert, wenn es in eine gewiſſe Säure getaucht wird, ſo löͤſen ſich die harten Dinge dieſes Lebens


