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Gowrie oder des Königs Komplott : Roman / von G. P. R. James
Entstehung
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So denkſt Du ſie Dir, weil ſie bei Deinem Abſchiede noch Kind war, behauptete Hume;aber laß Dir ſagen, Gowrie, als ich ſie das letztemal ſah, war ſie zur Jungfrau und zwar in all der reichen Anmuth einer ſolchen herange⸗ wachſen. Deine Mutter hielt es für gerathen, noch ein oder zwei Jahre abzuwarten; jetzt aber fehlt nur noch Deine Einwilligung. Wir haben ſogar die Prüfung der Trennung überſtanden und ſind uns Beide in unſerer Geſinnung gleich geblieben.

Meine Einwilligung haſt Du, Freund, ſobald Du ſie verlangſt, erklärte Lord Gowrie, ihm die Hand drückend. Es iſt doch eigen, fuhr er mit einem Lächeln fort;ich kann mir Beatricen nur als kleinen Lockenkopf denken, wie ſte mir vor ſieben Jahren das Blut und den Staub von der Stirne wiſchte, als ich vom Schlachtfelde von Downeaſtle zurückkam. Horch! die Glocke ſchlägt neun; ich muß aufbrechen.

Ich will Dich bis zur Hausthüre begleiten, erbot ſich ſein Freund:Du wirſt gut thun, Dich von Deinem Diener erwarten zu laſſen. Die Straßen von Padua ſind ſeit Dei⸗ ner Abweſenheit ziemlich unſicher geworden, und am Abend eines hohen Feſtes dünkt es die trefflichen Chriſten in dieſem Theile der Welt kein Verbrechen, einem Freunde den Dolch in den Rücken zu ſtoßen, wenn er die heilige Jungfrau im Vorbeigehen an der Kirche nicht begrüßt hat.

So ruf ihn herein, verſetzte Lord Gowrie.

Eine kleine Glocke, die auf dem Tiſche ſtand, brachte alsbald des Grafen Diener zum Vorſchein.