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„Freilich hab ich ihn noch,“ rief der Gefragte;„der tolle Burſche hat in den letzten drei Tagen ganz Padua in Aufruhr verſetzt. Sein Spott gegen die Männer, ſein Scherwenzeln um die Weiber und ſein heiteres Spielen mit den Kindern hat ihm Freunde und Feinde genug zugezogen, daß ſich ein Mann ſein Lebenlang damit genügen laſſen könnte.“
„Iſt doch ein unverbeſſerlicher Menſch!“ bemerkte der Freund mit ärgerlicher Miene.„Ich mußte ihn von Genf wegſchicken, denn Beza konnte ihn nicht leiden, und ich mochte den guten alten Mann nicht bekümmert ſehen. Der Burſche hat mir Beſſerung verſprochen, und er iſt ſo treu und anhänglich, daß ſeine Tugenden wie ſeine Fehler ſich in ein ſehr ſchmackhaftes Gericht aus den feindlichſten Ingredien⸗ zen gleichſam wie in einer ſpaniſchen Suppe verſchmelzen. Ich habe ihm auf's Strengſte aufgetragen, vorſichtig zu ſeyn und vor Allem meines Namens nicht zu erwähnen.“
„Die letztere Vorſicht hat er auch auf das Pünktlichſte beobachtet,“ beſtätigte der zweite Cavalier,„denn ſelbſt gegen mich hat er das verbotene Wort niemals ausge⸗ ſprochen; er bediente ſich immer einer Umſchreibung, wie z. B.„der bewußte edle Gentleman,“„der würdige Ver⸗ faſſer des Briefs,“„Er, den ich nicht nennen darf“ u. ſ. f.; dabei zog er die Augbrauen in die Höhe und deutete mit dem Daumen über die Schulter, wie wenn er von Beelzebub ſpräche und den Teufel als ſeinen Herrn und Meiſter aner⸗ kennte.— Nun aber laß uns in Deinen Gaſthof gehen, wo ein kleines Zimmer und Abendeſſen nach Deinem Wunſche


