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nor Johannes,“ ſagte der Letztere, dem Wartenden die Hand ſchüttelnd.„Du haſt gewiß meine Saumſeligkeit und Un⸗ pünktlichkeit geſcholten; aber ich kann Dich verſichern, ich hatte am Morgen mit Lappalien, Mittags mit Studien, nach Tiſch mit Geſchäften und am Abend mit vielerlei Ge⸗ müthsaufregung alle Hände voll zu thun— zürne mir alſo nicht, mein guter Lord.“
„Verhüte der Himmel!“ entgegnete der Andere;„wer Dir wegen Unpünktlichkeit zürnen wollte, Hume, der könnte ebenſogut eine Lerche wegen ihres Singens oder eine Eule um ihres Gekreiſches willen anklagen und müßte ſeine ganze Zeit damit zubringen, ſich über das Weſen ſeines Freun⸗ des zu ärgern. Ueberdies haſt Du mir nicht einmal ver⸗ ſprochen, hier zu ſeyn; ich habe Dir meine Ankunft blos ge⸗ ſchrieben und es dem Zufall überlaſſen, ob Dir die Stunde genehm ſey.“ 3
„Wozu aber all das Geheimniß und warum dieſer nüch⸗ terne Anzug?“ rief der Andere, ſeinen Freund mit luſtigem Lachen am Mantel faſſend;„das riecht noch ſcharf nach Genf, und Dein brauner Koller iſt eines ächten Schülers von Beza würdig. Ich bitte Dich, John, laß ſeine Lehre doch nicht den äußeren Menſchen berühren: ſey ſo ſtreng Du willſt, wenn es gilt, Dein Herz und Gemüth gegen die ba⸗ byloniſche Dame zum Widerſtand zu ſtärken; trage aber Deine Religion nicht gar auf den Atlas über oder laß Be⸗ za's Dogmen ſich nicht in Sammt und Seidenſtoffe mengen. Der Glaube, der auch nur eine unſchuldige Freude tödtet⸗ iſt nicht der Glaube Deſſen, der uns mehr als einmal zur


