viel zu bedeuten, ob ſein Beſuch bei Nacht oder bei Tag abgeſtattet werde. 3 „Nun, John Boyd,“ begann die Aebtiſſin,„was in's Himmels Namen bringt Ihr uns ſo ſpät in der Nacht? Mutter Maria! ich glaubte ſchon, es ſey eine von den Räuberbanden, welche die Abtei wieder ausplündern wolle, wie ſie letzten Martini vor einem Jahr thaten. Wir können nicht jedesmal einen ſo geſegneten Glücksfall erwarten, wie damals als der gute Sir Martin Rideout unſern armen Dienſtmannen zu Hilfe eilte; ohne ihn hätte unſer Vogt Peter ſicherlich eine armſelige Vertheidigung geliefert.“ „Er hat ohnehin eine elende Rolle geſpielt,“ erwiederte der Waidmann in ſpöttiſchem Tone,„denn er war nirgends zu finden, und ich mußte ihn erſt aus der Butterkammer ziehen, damit er ſich an die Spitze unſerer Mannen ſtellte. Ich höre jedoch nichts mehr von Räubern, Lady, es wären denn die Männer zu Coleshill und König Richards Poſten, welche je zwanzig Meilen auseinander an allen Heerſtraßen aufgepflanzt ſind, um nach Heinrich von Richmond zu ſpähen.“ „Poſten?“ fragte die Aebtiſſin;„Poſten ſind auf die Heerſtraße gepflanzt? Was verſteht Ihr unter Poſten?“ „Ei nun, Lady Mutter,“ gab der Waidmann zur Ant⸗ wort,„Männer zu Pferd, mit ſcharfen Sporen und ſtarken Roſſen, um Dickon, unſerem jetzigen König, Nachrichten von Harry, unſerem künftigen Herrſcher, zu bringen, falls er irgendwo an der Küſte landen ſollte.“
„Hilf Himmel!“ rief die Aebtiſſin;„alſo abermals Krieg, abermals Krieg! Werden ſich die Menſchen nie zue
——


