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„Ei Du boshaftes Ding— nennſt Du dieſes Kloſter einen Zwinger?“ fragte die Aebtiſſin, gutmüthig mit dem Finger drohend.„Was ſolche Mädchen für Gedanken haben! Doch es iſt ebenſo gut wie es iſt; da Du einmal für die Welt und ihre Eitelkeiten beſtimmt biſt, ſo iſt es ein Glück, daß Du Geſchmack daran findeſt, und ich hoffe, Dein Gatte — da Du nun einmal einen haben mußt— wird Dich nicht öfter als einmal in der Woche prügeln, und das am Samſtag, um Dich für den kommenden Sonntag deſto frömmer zu ſtimmen. Iſt er ein recht wild ausſehender Mann?“
„Der Herr ſey mit Euch, theuerſte Tante,“ gab die junge Lady zur Antwort;„ich habe ihn nicht mehr geſehen, ſeit ich aus dem Wickelkiſſen entlaſſen wurde.“
„Damals trug er ein trübfarbiges getüpfeltes Wams mit hellem Mantel auf den Schultern, und ein kleines Baret auf dem Kopf, nicht größer als meine Handfläche,“ lachte die andere junge Dame.„Er konnte noch nicht zehn Jahre zählen und ſah aus wie der kleine Page eines vor⸗ nehmen Mannes. Ich kann mich ſeiner noch recht wohl erinnern, denn ich war ſchon ſieben Jahre alt, und hielt es für eine rechte Schande, daß meine Baſe Jola mit fünf einen Mann geſchenkt erhielt, während ich mit ſieben noch keinen hatte.“
„Geſchenkt erhielt!“ lachte die Aebtiſſin. 3
„Nun ja,“ erwiederte die junge Dame;„ich betrachtete das Ding wie eine Art Puppe oder Spielzeug.“
„Haſt auch gar nicht ſo Unrecht, meine Liebe,“ gab die Aebtiſſin zur Antwort;„Du mußt Dich nur in Acht nehmen,


