13
Ich wollte, ich wäre es, denn der Gedanke erſchreckt mich, und dann wäre das Schlimmſte vorüber.“
„Du weißt nicht, was Du wünſcheſt,“ entgegnete die Aebtiſſin kopfſchüttelnd.„Ich wette Tauſend gegen Eins, Du würdeſt ebenſo bald wieder wünſchen, unverheirathet zu ſeyn; dann wäre es aber zu ſpät. Die Ehe iſt ein Hals⸗ band, das Du nicht mehr abſchütteln kannſt, wenn Du es angelegt haſt, und Niemand kann ſagen, wie ſehr es einen klemmt, bis man es verſucht hat. Ich danke es meinen glücklichen Geſtirnen, daß ſie Euren guten Großvater dazu beſtimmten, mich in dieſes Kloſter zu ſtecken, denn ſo oft ich auf meinem kleinen Maulthiere ausreite, um nach der Päch⸗ ter Angelegenheiten zu fragen, und gelegentlich einen Seiten⸗ blick auf unſere guten Forſtleute und die Haſenjagd zu werfen, muß ich die zuſammengekoppelten Hunde bedauern, welche an der Kette zerren, die ſie nicht zerreißen können, und ich danke dann meinem guten Glück, daß es mich mit Niemand unter eine Koppel geſteckt hat.“
Die beiden Mädchen brachen in helles Lachen aus, denn keine von ihnen fühlte in ſich den Beruf zum klöſterlichen Leben, und die jüngere erwiederte, indem ſie die Redeſigur ihrer Tante weiter verfolgte:
„Ich möchte behaupten, daß die Hunde einem Ehepaar ganz ähnlich ſehen, theuerſte Tante und Mutter; aber ich glaube ebenſo, wenn man ſie fragte, ob ſie lieber an einen Gefährten gefeſſelt in das grüne Feld hinaus ziehen, oder einſam im Zwinger zurück bleiben wollten— ſie würden ihren Nacken der Koppel entgegenſtrecken.“


