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auch größerer Charakterſtärke an ſich trugen. Aber auch die Andere war höchſt reizend, mit jener geiſtvollen Belebtheit, jenem beſtändigen Spiele wechſelnden Ausdruckes„das ſo bezaubernd iſt. Schon ihre Jugendlichkeit hatte einen ei⸗ genen Reiz, denn in ihrem Blicke zögerte noch ein Strahl von Kindlichkeit, beſonders wenn er Ueberraſchung oder Freude ausdrückte; dagegen verriethen die Züge ihres Ge⸗ ſichts wie die Umriſſe ihrer Geſtalt ſchon ganz die Jungfrau, und zwar bei ihr vielleicht mehr wie bei der Anderen.
Daß ſie nicht der Schweſterſchaft angehörten, ging ſchon aus ihrer Kleidung hervor, welche ebenſo bewies, daß ſie nicht die ausgeſprochene Abſicht zum Eintritt in's Kloſter hatten, denn ſie war in Form und Stoff durchaus weltlich, und bei aller Einfachheit ſehr reich. Da ſie ſich in Geſell⸗ ſchaft einer nahen Anverwandten befanden, ſo waren ihre Häupter nicht mit dem myſteriöſen Kopfputze belaſtet, deſ⸗ ſen Dimenſtonen nicht lange vorher zu ſolcher Rieſengröße angewachſen waren, daß man Thüren erweitern und Fenſter⸗ ſimſe erhöhen mußte, um eine Dame mit Bequemlichkeit durchzulaſſen. Jede von Beiden trug einen leichten Schleier, der über das glänzend ſchwarze Haar auf den Rücken hinab⸗ hing und nöthigenfalls über das Geſicht gezogen werden konnte; er war jedoch ſehr verſchieden von dem Schleier der Nonne oder ſelbſt von dem der Novize.
„Ich verſichere Euch, meine theuren Kinder,“ erklärte die ältere Dame,„dieſe neue Erfindung des Bücherdrucks mag ſehr geſcheidt ſeyn und iſt es auch gewiß; aber ſie macht die Bücher mäͤchtig ſchwer zu leſen, wenn ſte erſt fertig ſind.


