Druckschrift 
Das Schicksal : Erzählung aus bewegten Zeiten / von G. P. R. James
Entstehung
Einzelbild herunterladen

601

Familie mit den Gäͤſten zu einer Feſtlichkeit nach Dorcheſter ausgeflogen war, meldete ihre Zofe, daß Doktor Mar Feely ſie zu beſuchen gekommen ſey.

„Bring ihn her, bring ihn her,“ rief Margarethe mit dem erſten Zeichen von Eifer und Haſt, das ſie ſeit manchen Tagen hatte blicken laſſen.„Hier werden wir nicht geſtört werden, und ich habe Vieles mit ihm zu beſprechen.“

Noch zwei Minuten, und Doktor Mac Feely mit ſei⸗ ner ſtattlichen Perſon und ſeinem elaſtiſchen Schritte ſtol⸗ zirte in's Zimmer und rief, indem er ihre beiden Hände ergriff:

„Ach mein theures Kind— das heißt meine theure

junge Lady— ich bin froh, Euch wieder zu ſehen, aber nicht froh, Euch alſo zu finden. Mein Gott, Miß Margarethe! ſie haben Euch ja alle Farbe aus den Wangen geſogen. Sonſt blühten ſie wie ein paar Roſen an einem Sommer⸗ tage, und jetzt ſehen ſie aus wie Lilien im Schatten. Ja der Menſch iſt eine kurioſe Beſtie! Ich möchte bei dem Er⸗ bleichen dieſer Roſen nicht die Hand im Spiele gehabt ha⸗ ben, und wenn ich gleich Erzbiſchof von Canterbury dafür würde.“* „Der Stamm, auf dem ſie wuchſen, wird bald ebenſo verwelken,“ ſagte Margarethe traurig.„Der Baum iſt im Herzen abgeſtorben, Doktor, und kann nie wieder auf⸗ blühen.“

„Sagt das nicht, Miß Margarethe— ſagt das nicht, mein theures Kind,“ rief der gute Paſtor.„Das iſt's ja

gerade, weshalb ich Euch ſehen wollte; ich hatte nicht die