599
werden nicht geſtatten, daß Ihr Euren Scherz mit uns trei⸗ bet. Die Vermählung ſoll bald— ja unverzüglich ſoll ſie ſtattfinden.“
„Das wird geſchehen, wie mein Vater entſcheiden wird,“ erwiederte Margarethe in ebenſo ruhigem Tone wie früher.„Ich habe in dafür gehalten, daß ein Menſch, der zum Sterben 2 iſt, ſich als einen Feigling er⸗ weist, wenn er ſeine Hinrichtung auch nur um einen Augen⸗ blick zu verſchieben ſucht. Ihr habt mich tapfer gemacht, Lady Coldenham: Ihr könnt mich nicht erſchrecken.“
„Ha, ha,“ geiferte die alte Dame, mit triumphirender Miene ſich erhebend.„Ein Glück, daß kein Zwang nöthig ſeyn wird.“
Und majeſtätiſch ſchritt ſie aus dem Zimmer.
Wohl mochte ſie triumphiren, denn der Zweck ihres Beſuches bei Margarethe war mit weniger Schwierigkeit erreicht, als ſie erwartet hatte. Das Mädchen hatte keine Einwendung gegen eine baldige Vermählung gezeigt, und die Lady eilte zu Lord Woodhall, um ihm zu ſagen, has ſeine Tochter einwillige.
Der alte Mann wollte kaum ſeinen Ohren t 1; allein die Verſicherung der Lady Coldenham war er tſchie⸗ den, und ſie ſagte ihm etwas verblümt, was zwiſchen ihr und Margarethen vorgegangen war.
Robert Woodhall kam ihr zu Hülfe, wie er denn ſeiner Mutter Abſichten faſt inſtinktartig zu begreifen ſchien. So erlangten Beide Lord Woodhall's Einwilligung, daß ein


